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Der Nachlass Werner Schwab

Auswertung des frühen Prosaschrifttums

Der aus Graz stammende Werner Schwab (1958-1994) eroberte innerhalb kürzester Zeit die deutschsprachigen, teils auch internationalen Bühnen und galt zu Beginn der 1990er Jahre als der erfolgreichste und meistgespielte deutschsprachige Gegenwartsdramatiker. An den Stücken des Autors wurden ein neuartiger Theaterstil und vor allem eine ganz und gar originäre Theatersprache wahrgenommen, für die sich bald der Begriff des Schwabischen einbürgerte. Zum Zeitpunkt seines frühen Todes mit 35 Jahren lagen insgesamt vierzehn Stücke vor, versammelt zunächst in einer im Verlag Droschl erschienenen dreibändigen Werkausgabe (1996 noch ergänzt durch eine Bearbeitung von Schnitzlers Reigen-Stück). Seit 2007 verfolgt derselbe Verlag ein über mehrere Jahre angelegtes Werkausgabe-Projekt mit insgesamt 11 Bänden.

Der Nachlass von Werner Schwab lagert, nachdem er vom Land Steiermark per Kaufvertrag (vom 8.3.2010) erworben wurde, seit September 2010 im Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung. Er hat einen Umfang von 100 Archivschachteln und wurde von 2011 bis 2013 am Institut fein erschlossen und in einem lokalen Bestandsregister verzeichnet. Wesentliche Teile des Nachlasses stellen gewiss die Typoskripte seiner Bühnenstücke dar sowie das umfangreiche, nur teils publizierte Prosaschrifttum.

Ziel des gegenständlichen Projekts ist die Auswertung der im Nachlass vorfindlichen Prosaschriften, die der Autor vor seinem Durchbruch auf dem Theater verfasste. Der Blickpunkt ist auf die bislang von der Forschung kaum berücksichtigte Erst-und Frühprosa gerichtet, die erstmals einer intensiven sprach- und textanalytischen Betrachtung unterzogen werden soll. Im Vordergrund stehen somit bevorzugt sprach-, aber auch text- und werkgenetische Fragestellungen. Ein besonderes Augenmerk gilt noch der Genese der originären Schwabschen Sprache, wie sie sich dann ausgeprägt in den Theaterstücken des Autors findet. Die besondere Sprachform hat sich offenkundig über mehrere Jahre entwickelt. Einzelne lexikalische, morphologische etc. Phänomene des Schwabischen sind schon in den Frühtexten erkennbar. Bereits Schwabs frühe Prosasprache hinterlässt einen außerordentlich hyperplastischen Eindruck und bildet so einen weitgehend hermetischen Sprachraum.

In den frühen Prosaentwürfen finden sich auch schon einzelne Handlungselemente, Themen, Figuren, Motive, Konstellationen des späteren Dramenwerks, deren jeweiliger Transformationsprozess analysiert werden soll. Obendrein wird der Blick auf allfällige sprachtheoretische/philosophische Theoreme gerichtet, die den Sprachbegriff sowie das poetologische Selbstverständnis des Autors (seine „Sprachtheorie“) zumindest mitgeprägt haben könnten. Bestimmt werden soll allenfalls noch Schwabs Standort in der Tradition der modernen (bevorzugt experimentellen) österreichischen Erzählliteratur.

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