Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Objekt des Monats: Juli 2019

Montag, 17.06.2019

Chanson „Ein jeder Mensch“ von Emil Breisach

Zeugnis einer Leidenschaft für das Grazer Kabarett

4 Notenhefte, hs. mit Beschriftung „Ein jeder Mensch. Brettl von Emil Breisach. Musik Fridl [sic] Althaller“, jeweils 10 Bl., aus dem Teilnachlass von Emil Breisach am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung, Signatur: FNI-Breisach-Box 2-1.2.1.1

„Musik zu ‚Ein jeder Mensch‘ von Emil Breisach und Fridl [sic] Althaller“ –  Vier Notenhefte mit ein und derselben Aufschrift; jedes davon enthält eine leicht abgeänderte Version desselben Chansons, die Zusammenarbeit dieser beiden Künstler, die eine Leidenschaft fürs Kabarett verbindet, bleibt jedoch bestehen und zwar über mehrere gemeinsame Projekte hinweg. Vom Treffpunkt Orpheum (1952-1953) bzw. diversen Radio-Kabaretts bis hin zu Produktionen für Forum-Zoo (1961); allesamt veranlasst von einem Mann, der seit 1946 als Leiter der Abteilung Unterhaltung und Kabarett in der Sendergruppe Alpenland, die später zum ORF Steiermark werden sollte, fungierte: Emil Breisach.

Die tatsächliche Zugehörigkeit dieses Textes zu einem der drei Kabarett-Ensembles ist jedoch fraglich. Insbesondere die Entstehung des Chansons im Rahmen des Studentenbrettls ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Indiz dafür ist die Nennung des Komponisten Friedl (Winfried) Althaller, da jener an den Produktionen der Grazer Studenten nicht mitgewirkt hatte. Die Musik zum Studentenbrettl steuerte nämlich ein anderer bei, Walter Koschatzky, der dieses literarisch-zeitkritische Studentenkabarett, das zwischen 1946 und 1950 hauptsächlich im Mensasaal des Studentenhauses in der Leechgasse 5 seine Aufführungen darbot, gemeinsam mit Ulrich Baumgartner aus dem Grazer Hochschulstudio heraus begründet hatte. Neben Baumgartner selbst sowie Hellmuth Himmel und Heinz Gerstinger steuerte auch Breisach ab 1947 Texte bei, stand beizeiten sogar selbst als Darsteller auf der Bühne.

Ganz im Sinne der Gattung Chanson begnügt sich „Ein jeder Mensch“ mit dem Nötigsten, verpackt in aller Kürze auf ironische Weise Gesellschaftskritik, lässt einen „Chor der Neandertaler“ vor einem „Chor der Maschinen“ auftreten und verzichtet auch nicht auf eine wohlstandskritische „Vereinshymne“. Emil Breisach hat bleibende Eindrücke im steirischen Kulturleben hinterlassen, als Kulturmanager, Intendant des ORF Steiermark und Schriftsteller, aber auch als Kabarett-Autor, -Leiter und -Regisseur. Sein vielfältiges Engagement spiegelt sich auch in seinen Texten wider. Wenngleich die meisten seiner Kabaretts auf aktuelle Ereignisse Bezug nehmen, so ließen sich einige Stellen unverändert durchaus auch auf die Gegenwart anwenden, wenn es etwa heißt: „Mauer machen, fester fassen, keinen in die Mitte lassen. Exklusiv ist unser Kreis, der bleibt draußen, der was weiß.“ Häufig in Zusammenarbeit mit Friedl Althaller hat Emil Breisach zahlreiche auf das Kabarett bezogene Projekte realisiert und damit einen unverwechselbaren Beitrag zur Bereicherung der Kabarettszene in Graz nach 1945 geleistet. Gegen Ende des Brettls heißt es:

„Träumt noch zu Ende euren Traum, der Apfel hängt zu hoch am Baum.“

Anna Fercher

mehr lesen

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.