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Objekt des Monats: März 2017

Werner Schwab: Abgesagt und angesagt – Korrespondenz 1983 bis 1993

Konvolut mit 55 Korrespondenzstücken (großteils Absagebriefen) von unterschiedlichen Korrespondenzpartnern und – soweit möglich – zugeordneten handschriftlichen und transkribierten Briefentwürfen aus den Arbeitsbüchern Werner Schwabs, beginnend mit einem Brief von Otto Breicha an Werner Schwab aus dem Nachlass Werner Schwab am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung

Ich hab sicher ein paar tausend Prosaseiten, die ich nächstes Jahr zusammenfüge und hinausschieße. Aber mit Prosa habe ich früher kein Leiberl gehabt. Das beste Beispiel sind die protokolle. Ich habe 1981 einen Text an die protokolle geschickt. Und hab nie Antwort gekriegt. Damals war ich Anfang 20. Damals wäre das toll gewesen. Und letztes Jahr ist der Text plötzlich veröffentlicht worden. Sicher wegen dem Erfolg am Theater. Ich weiß gar nicht, wie die solche Texte konservieren, vielleicht gibt’s einen Kühlschrank dafür“, ätzt Werner Schwab 1991 anlässlich der Uraufführung von Übergewicht, unwichtig: UNFORM im Gespräch mit Ernst Molden und verstärkt durch die Übertreibung polemisch einen Eindruck, der sich bei der Lektüre des im Nachlass erhaltenen Konvoluts an Absage- und Vertröstungsbriefen einstellt: jenen des Abgespeist-Werdens mittels wohlmeinender Ratschläge bei gleichzeitiger Ratlosigkeit der Antworten dem hermetischen Erzählgestus dieser Prosa gegenüber.
Bieten die einzelnen Briefe offene Auseinandersetzungen und zum Teil aufschlussreiche Rückmeldungen über Leseeindrücke mit Schwabs Prosa und sind sicher aufrichtig unterstützend gemeint, so ergibt sich in der Serie der fast ein Jahrzehnt dauernden Publikationsbemühungen Schwabs, in deren Verlauf er akribisch allen Hinweisen und Hoffnungsfünkchen nachgeht, dennoch ein anderes Bild: jenes eines selbstgewissen Literaturbetriebs, in dem – wie engagiert immer – diverse „gatekeeper“ die Verfügungsgewalt über den Eintritt ins gelobte Land der Literatur besitzen. Die Tragweite ihrer (unserer) Entscheidungen für die Betroffenen gerät dabei leicht aus dem Blick. Ein Briefkonvolut wie das vorliegende – gepaart mit der Tatsache des späteren Hypes um den Autor, der in der Folge auch die frühen Texte in einem neuen Licht erscheinen lässt – könnte das Augenmerk über den individuellen Fall hinausgehend auch auf solche Fragestellungen legen. „Mein flotter Ton von damals geniert mich noch heute“, formuliert rückblickend einer der damaligen Briefpartner und erteilt – wie bis auf eine einzige Ausnahme alle seinerzeitigen Adressaten Schwabs – dennoch die Rechte zur Veröffentlichung.

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