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Objekt des Monats: April 2017

Aufbewahrungssystem: Archivschachtel

„Am Anfang war sehr wenig in Ordnung. Es war eine alte Biedermeierkommode mit drei breiten Laden, in die ich einfach alles hineingegeben hab. […] Dann ist die Kommode zu klein geworden, und ich hab ein Zimmer genommen und die hervorragenden Bananenschachteln instrumentalisiert.“ So äußerte sich Gerhard Roth, dessen Vorlass sich im Archiv des Franz Nabl-Institut für Literaturforschung befindet, 2002 in einem Interview, welches in „manuskripte“ erschien, bezüglich seiner Selbstarchivierungspraxis.
Roths Ausführung zeigt hinsichtlich der historischen Entwicklung und Herausbildung der Archivierungstechnik und -praxis aufschlussreiche Parallelen auf: Seit dem Mittelalter dienten Schränke dem Schutz, aber auch der Präsentation des Sammlungsgutes. Als Speicher- und Ordnungsbehälter gewährleisteten sie das Speichern am Standort, aber auch die Übertragung ihrer Inhalte. Perfektioniert wurde der Archivschrank übrigens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Josef von Zahn, den Direktor des Steiermärkischen Landesarchivs.
Im Gegensatz dazu war Johann Wolfgang von Goethe knapp zwei Jahrhunderte vor Roth bei seiner Selbstarchivierung zunächst noch in der zweiten Dimension verblieben, fertigte er doch große Briefumschläge, die er „Säcke“ oder „Kapseln“ nannte, an, in denen er seine Papiere und „Acten“ zu verwahren pflegte, bevor 1822 sein „Nachlass“ durch den Weimarer Hofbibliothekar Friedrich Theodor Kräuter geordnet wurde.
1894 sprach der österreichische Germanist Jakob Minor noch eher abfällig davon, dass „Centralanstalten für litteraturgeschichtliche Hilfsarbeiten“, diejenigen Institutionen, die Wilhelm Dilthey 1899 in seinem Vortrag als „Archive für Literatur“ bezeichnet hatte, keine bloßen „Stapelplätze“ sein sollten, wo „Papiere in Empfang“ genommen werden.

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