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Objekt des Monats: September 2020

Freitag, 14.08.2020

Schreiben unter der Käseglocke. Clemens Setz und das Paradox der Grazer Avantgarde

Das in Auszügen vorliegende Interview entstand 2009 im Rahmen eines Proseminars zur neuesten Grazer Literatur am Franz-Nabl-Institut. Vortragender war Gerhard Fuchs. Die Studierenden waren dazu angehalten, direkt in Kontakt mit in Graz lebenden Autoren zu treten, um mit ihnen über ihre Texte, Graz und den Literaturbetrieb zu sprechen. Neben den Romanen von Clemens Setz widmete sich die Lehrveranstaltung unter anderem auch Texten von Stefan Schmitzer, Gerhild Steinbuch, Georg Petz und Olga Flor. Das Gespräch zwischen der damaligen Studentin Christa Oberndorfer und Clemens Setz, das am 4. November 2009 im ehemaligen Café Ritter in der Rittergasse in Graz aufgenommen wurde, dauert in voller Länge in etwa 75 Minuten.

Dass der Ruf der Stadt Graz als „heimlicher Hauptstadt der deutschen Literatur“ bis heute nicht zur Gänze verklungen ist, liegt an vielen Dingen. Ein neuer Film zur Grazer Gruppe von Markus Mörth und das 2019 am Franz-Nabl-Institut abgehaltene Symposion Graz 2000+. Neues aus der Hauptstadt der Literatur zeugen zumindest davon, dass der Mythos der „Grazer, die auszogen, die Literatur zu erobern“ fest im Selbstverständnis der Grazer Literatur und ihrer sogenannten Szene verankert ist. Was heute gilt, galt auch schon 2009. Der Ruf mag damals vielleicht sogar wieder lauter erklungen sein. So waren wieder einige junge Autoren und Autorinnen aus Graz, die sich in und um die offene Literaturgruppe plattform zusammengetan hatten, im Begriff einen Eroberungszug durch die deutschsprachige Literatur anzutreten (vgl. dazu auch das „Objekt des Monats“ von Gerhard Fuchs: Volume 1. 10 Jahre Plattform. Eine Anthologie). Unter ihnen auch der damals 27-jährige Clemens J. Setz, der 2009 gerade seinen zweiten, für den deutschen Buchpreis nominierten Roman Die Frequenzen veröffentlicht hatte und im Jahr davor beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet worden war. Die Karriere des jungen Autors begann zu dieser Zeit gerade Fahrt aufzunehmen – 2011 sollten mit seinem Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes dann der Wechsel zu Suhrkamp und der Preis der Leipziger Buchmesse folgen.
In eben jener Schwellensituation fängt das vorliegende Interview den jungen Autor ein. Sichtlich geschmeichelt von dem Umstand, dass jemand eine Seminararbeit über ihn schreiben will, spricht Setz, damals selbst noch Student, ausgiebig über seinen Roman Die Frequenzen, über den zweifelhaften Wunsch, berühmt zu werden, und – wohl der Schwerpunktsetzung der dem Interview zugrundeliegenden Lehrveranstaltung geschuldet – über sein Verhältnis zur Stadt Graz und zur Grazer Literatur.

David J. Wimmer

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